Verhandlungsergebnis in der saarländischen Stahlindustrie erzielt
05.05.2008
Bereits nach dem ersten Verhandlungstag am 24. April 2008 drohte die IG Metall mit dem Scheitern der Tarifrunde, obwohl die Arbeitgeber einen Ergebnisvorschlag auf der Basis des vor drei Monaten für die übrige deutsche Stahlindustrie erzielten Abschlusses unterbreitet hatten.
Vor dem Hintergrund, dass die IG Metall wiederholt angekündigt hatte, die
Tarifauseinandersetzung durch Streik eskalieren zu lassen, stimmten die Arbeitgeber schließlich einem Verhandlungsergebnis zu, das durch folgende Eckpunkte gekennzeichnet ist:
- Für die Monate Mai und Juni 2008 erhalten Arbeiter und Angestellte eine Pauschalzahlung in Höhe von jeweils 300,- €
- Die Löhne und Gehälter werden ab 01.07.2008 um 5,2 % erhöht
- Die Ausbildungsvergütungen werden ab 01.05.2008 um 5,2 % erhöht
- Die Mindestlaufzeit der Entgeltabkommen beträgt 14 Monate
- Lernmittelfreiheit für Auszubildende
- Die Tarifvertragsparteien werden noch in diesem Jahr Gespräche zum Gemeinsamen Entgeltrahmentarifvertrag (GERT) aufnehmen
- Fortsetzung der Initiative der Tarifvertragsparteien zum flexiblen übergang in die Altersrente
Dr. Paul Belche, Verhandlungsführer des Verbandes der Saarhütten, erklärt dazu: "Obwohl die wirtschaftliche Situation der Stahlindustrie zur Zeit gut ist, wäre ein moderateres Ergebnis für die nationale und internationale Konkurrenzfähigkeit unserer Firmen und für die nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze der Beschäftigten wünschenswert gewesen. Die Verhandlungen wurden von massiven Streikdrohungen seitens der IG Metall begleitet. Einen Arbeitskampf wollten wir angesichts der engen Versorgungssituation im Interesse unserer Kunden vermeiden."





